Pegida und die „Dresdner Thesen“

Viele Menschen fragen sich: Ist es legitim, sich Pegida in den Weg zu stellen? Handelt es sich dabei nicht um „besorgte Bürger“, die eigentlich nur soziale Probleme artikulieren und nicht wirklich rechts sind?
Diese Frage könnte sich am besten mit den Thesen beantworten lassen, die Pegida selbst aufgestellt hat. Nach verschiedenen vorherigen Papieren haben sich die lokalen Organisationen inzwischen auf 10 „Dresdner Thesen“ geeinigt, die beweisen, dass es sich bei den montäglichen Demonstrant*innen ganz sicher nicht um demokratisch gesinnte „ehrliche Bürger“ handelt. Dies soll hier anhand ausgewählter Dreistigkeiten festgestellt werden.

These 1) Projektionen des Wahns
Es geht hier um die Ablehnung von „Fanatismus“. Dazu zählen „Genderismus, Frühsexualisierung, Islamisierung“, wobei die deutsche Kultur und Sprache gefördert werden soll. Die Pegidist*innen scheinen aber nicht zu verstehen, dass das fanatische Festhalten an einer starren „Kultur und Sprache“ sie eigentlich zu ihren schärfsten Gegner*innen – also Fanatikern – machen würde. Darüber hinaus haben wir hier eine klassische Tendenz zur Projektion von Wahngebilden: Die Ideen der Gleichberichtung aller Geschlechter („Genderismus“), die Aufklärung über sexuelle Identitäten („Frühsexualisierung“) oder die Erkenntnis der Anwesenheit von Muslim*a in Europa („Islamisierung“) müssen hier als Gegner der Pegida-Volksgemeinschaft herhalten, die ihren ganzen Hass darauf projiziert.

These 2) Assimilation oder Ausschluss
Bei der zweiten These der mehrheitlich sächsischen Nazis geht es um die Verwertbarkeit sogenannter Ausländer, da die Anhänger*innen von Lutz Bachmann nichts sinnvoller finden als die Daseinsberechtigung von Nicht-Deutschen an ihre Leistungsfähigkeit zu knüpfen. Migrant*innen müssten sich nach diesen Vorstellungen dem Dresdner Volksmob in puncto „wirtschaftlicher, demografischer und kultureller Gesichtspunkte“ anpassen, womit Pegida klarstellt, dass die Mindestanforderung die Assimilation ist. Das heißt: Wer nicht unserem Idealbild entspricht, ist ein Volkschädling und hat hier nichts verloren!

These 3) Alle sollen Pegida werden
Die Jünger*innen von Bachmann fangen bei der dritten These zunächst halbwegs progressiv an, denn es ist zB von einer dezentralen Unterbringung von Asylbewerber*innen die Rede. Allerdings hält das nicht lange vor und der rassistische Dreck wird wieder sichtbar. Menschen, die es geschafft haben, nach Deutschland zu fliehen, sollen schneller abgeschoben werden und die wenigen, die die Gnade des Asyl genießen dürfen, müssten sich in Pegida-Deutschland einer „Pflicht zur Integration“ beugen. Damit ist weder die Sprache gemeint, noch die Einhaltung der Gesetze, sondern vielmehr die absolute Linientreue gegenüber den nationalistischen und rassistischen Umtrieben der Rechten. Wer es geschafft hat „wirtschaftlich, demografisch und kulturell“ passend zu erscheinen muss sich danach mit Begeisterung den sächsischen Riten unterwerfen. Alles andere würde Pegida wohl als Angriff auf Gemeinschaft empfinden.

Und es wird immer schlimmer…
In den nächsten Thesen nähern sich unsere Nazis immer mehr dem faschistischen Vorbild der NSDAP an. Am Ende schämen sich diese Polit-Profis nicht einmal, für das deutsche Volk „wirtschaftliche Selbstbestimmung“ zu verlangen, also die Unabhängigkeit von äußeren Ressourcen (These 9). Wird Dresden nach der Oberbürgermeister*innenwahl zum Kartoffelacker, der das deutsche Volk ernährt? Sucht Lutz Bachmann seine Zukunft in der Landwirtschaft? So ließen sich wahrscheinlich auch die ganzen Kinder ernähren, die sich Pegida für die Volksgemeinschaft wünscht. Es geht dabei natürlich um deutsche Kinder (These 4).

Was für ein Blödsinn?
Wer das denkt, hat sich wohl erfolgreich von der Pegida-Denke emanzipiert. Diese Thesen triefen nur so vor Hass, Ausschluss und Konkurrenzdenken und dienen nur dazu, der Mehrheit der Menschen das Leben schwer zu machen. Ob die Pegidist*innen dieses absolut zerstörerische Programm jetzt aufgrund ideologischer Verblendung oder aus purem Sadismus auf die Straße tragen, kann uns egal sein, denn es kann nur darum gehen, ihnen das Handwerk zu legen. Wenn wir ihnen die Bühne nehmen, dann fehlt ihren Machtgelüsten das Ventil, der Kern der Rassist*innen bleibt frustriert zu Hause und die Mitläufer*innen verlieren die Lust. Deshalb werden wir die –gidas überall bekämpfen, wo sie sich auch trauen, ihre menschenfeindlichen Thesen zu formulieren!

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