Vortrag: Oury Jalloh – von Polizisten ermordet, vom Staat vertuscht

Vortrag am Donnerstag, 10.11.2016 um 18 Uhr
Ort: Studentischer Aufenthaltsraum/Steintor-Campus, Adam-Kuckhoff-Straße 34 a

Am frühen Morgen des 7. Januars 2005 wird der aus Sierra Leone geflüchtete Oury Jalloh von zwei Dessauer Polizeibeamten rechtswidrig in Gewahrsam genommen. Die Polizisten fixieren ihn an Händen und Füßen auf einer schwer entflammbaren Matratze in der Zelle 5 des Dessauer Polizeireviers. Wenige Stunden später ist Oury Jalloh bis zur Unkenntlichkeit verbrannt…

Noch bevor der Tatort „kriminaltechnisch“ untersucht wird, behauptet ein Mitarbeiter des LKA Sachsen – Anhalt in einem Video, dass „der schwarzafrikanische Mitbürger sich selbst angezündet hat.“ Es wird kein Brandsachverständiger an den Tatort gerufen. Erst drei Tage später gibt die vom Innenministerium beauftragte Tatortgruppe einen Teil des Brandschuttes ins Labor. Dort taucht plötzlich ein Feuerzeugrest auf, von welchem die Ermittler fortan behaupteten, dass Oury Jalloh mit diesem Feuerzeug die Matratze und sich selbst in Brand gesetzt habe. Das Feuerzeug wurde 2012 erstmals untersucht: es gibt keine Spuren von Oury Jallohs Kleidung oder der Matratze. Staat dessen sind unzählige Fasern mit dem Feuerzeugrest verschmolzen, deren Herkunft bislang nicht geklärt wurde. Der nachträglich präsentierte Feuerzeugrest kann also gar nicht im Brandschutt der Zelle 5 gelegen haben! Trotzdem vertritt die Dessauer Staatsanwaltschaft weiter die Hypothese der „Selbstentzündung“. Sie ignoriert auch alle anderen Beweise und Sachverständigenmeinungen, die eindeutig dafür sprechen, dass Oury Jalloh nur durch Dritte und mit Hilfe von Brandbeschleunigern angezündet worden sein kann!

Aktivist*innen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh berichten darüber, wie der Mord an Oury Jalloh in Polizeigewahrsam seit elf Jahren durch Polizei und Justiz kollektiv vertuscht wird sowie über den aktuellen Stand der Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh.
Oury Jalloh ist kein Einzelfall. Lügen, Vertuschung und Repression ist die Antwort staatlicher Organe, wenn es um die Aufklärung rassistischer Verbrechen geht, insbesondere dann, wenn die Täter in einer Polizeiuniform stecken.

Außerdem: Aktuelles zu der Kampagne „Gegen das #Verbrennen, #Vertuschen, #Verschweigen, #Verfolgen“ zum 12. Todestag von Oury Jalloh am 7.1.2017 in Dessau!

Organisiert von NO Halgida, gefördert vom Bündnis Halle gegen Rechts.


Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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