Wer Wir Sind

Wir sind politisch engagierte Menschen, die sich überparteilich zusammengeschlossen haben, um zunehmend wahrnehmbarer Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten. Wir treten für eine freie und solidarische Gesellschaft und für dauerhaftes Bleiberecht ein. Wir sagen: Kein Mensch ist illegal! Deshalb lehnen wir Pegida, Legida, Halgida und vergleichbare Bewegungen ab. Wir sind gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus, Antisemitismus und jegliche andere Art von Diskriminierung!

 

Was ist Pegida?

Die „gida-Bewegungen“ reihen sich ein in eine lange Kette von Bewegungen, die im Jahr 2014 den „Volkszorn“ auf die Straße brachten. Diese begann mit den „Montagsmahnwachen für den Frieden“ und wurde untermalt durch den von Baden-Württemberg ausgehenden homophoben Protest „besorgter Eltern“, die Wahlerfolge der AfD, antisemitische Unruhen in Bezug auf den Gaza-Konflikt, „Hooligans gegen Salafisten“ und nicht zuletzt durch bundesweite Proteste gegen Asylsuchende.

Doch was eint nun all diese Gruppen? Auch wenn die konkreten Vorstellungen häufig divergieren, ist eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit jenen Bewegungen eigen. Diese manifestiert sich im Suchen von Schuldigen an der subjektiv wahrgenommenen Krise. Bei gleichzeitiger politischer Irrationalität ergeben sich beispielsweise die „Lügenpresse“, der Islam, das „internationale Finanzjudentum“ das „Gender-Mainstreaming“, die „virulente Homolobby“ oder anderweitige dunkle Mächte als Grund für ihre Unzufriedenheit.

Die Pegida-Bewegung entstand im Oktober 2014 in Dresden. Angeheizt vom herrschenden politischen Diskurs um Einwanderung, Überfremdungsängste und Identität, fand diese Bewegung regen Zulauf. Hier zeigt sich, dass Pegida an den politischen Diskurs anknüpft. Gerade in Sachsen, wo Innenminister Ulbig anstatt Gewalt gegen Flüchtlinge zu verhindern, staatliche Gewalt gegenüber ihnen verschärfte, der TU-Professor Werner Patzelt dazu anhält, die Forderungen der Pegida-Anhänger ernst zu nehmen und Ministerpräsident Stanislaw Tillich mit seiner Feststellung „der Islam gehört nicht zu Sachsen“ in das selbe Horn blies, lässt sich ein großer Rückhalt ausmachen. In der „gida-Bewegung“ manifestiert sich der Rassismus der bürgerlichen Gesellschaft. Dieser richtet sich genuin gegen alle Menschen, die nicht als Teil ihrer Volksgemeinschaft wahrgenommen werden.

Ausdruck dieser rassistischen Stimmung ist die steigende Zahl von Gewalttaten gegenüber Migrant*innen. Die staatlichen Behörden verharmlosen dies und schauen weg. Auch wenn sich die Bewegung formal friedlich gibt, so häufen sich Gewaltexzesse am Rande der Demonstrationen, beispielsweise gegen Pressevertreter*innen und Gegendemonstrant*innen. Hier finden sich Schnittpunkte auch mit offenen Neofaschist*innen. Dies kulminiert in einer Verbindung gesellschaftlich isolierter Positionen mit bürgerlichen Ideen, welche in ein völkisches Weltbild integriert werden – zu sehen etwa an der Forderung nach Volksentscheiden, an denen jedoch dann nur Mitglieder der Volksgemeinschaft teilnehmen können.

Die Bewegung finden also in unserer Gesellschaft zahlreiche Anknüpfungspunkte. Die Tendenz zur Spaltung und das Aufkommen der antiamerikanistischen „Pegada“-Bewegung bieten die Gefahr, den Einfluss dieser Bewegungen noch zu steigern. Letztlich sind sie ein Symptom struktureller gesellschaftlicher Konstellationen, was eine langfristige Auseinandersetzung mit ihnen und unsere Aufmerksamkeit auch über die die „-gida Bewegungen“ hinaus erfordert.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s