Neonazi Sven Liebich erfindet Mordaufruf gegen sich

Der Betreiber der Hetzseite „Halle-Leaks“, Sven Liebich, schreibt am Dienstag auf seiner Seite, dass er „[…] Besuch der Kriminalpolizei […] in der halleschen Firma“ hatte. Weiter schreibt er: „Gegen den Geschäftsführer Sven Liebich seien ernstzunehmende Mordaufrufe auf […] „Indymedia“ aufgetaucht“ und „ähnliche Aufrufe in gedruckter Form auch zur „langen Nacht der Wissenschaften“ an der Martin-Luther-Universität am Freitag, dem 1.Juli (Tag des Postings auf Indymedia) verteilt worden“. [1]+[2]

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[1] Screenshot „Halle-Leaks“
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[2] Screenshot „Halle-Leaks“
Dummerweise war bei „Indymedia“ nichts zu finden und eine Websuche ergab im ersten Moment auch keine Ergebnisse. Die erwähnten Flyer waren uns ebenfalls nicht bekannt. Sollte der Aufruf gelöscht wurden sein oder hat #Lügenzwän mal wieder eine Geschichte erfunden?

Glücklicherweise wusste Google Cache (ein Speicher für alle von Google gefundenen Seiten) Abhilfe. Hier findet sich der Artikel vom 1.7.2016 mit einer Einladung zu einer „[…] Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen […]“. [3] Der Aufruf in „gedruckter Form“ findet sich dort offenbar ebenfalls („kaffeefahrt.pdf“). Darin heißt es: „Sven Liebich hetzt gegen Flüchtlinge, verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien, diffamiert, verleumdet und beleidigt politische Gegner. Sven Liebich lügt sein Leben lang, um sein Geltungsbedürfnis damit zu befriedigen. Wenn Ihr ihm die ersehnte Geltung zukommen lassen wollt, dann fahrt doch einfach mal in die [Firmenanschrift der von Liebich geführten shirtzshop GmbH, Anm. d. Verf.]
Wir hoffen für Euch, dass er dann schon Kaffee und Kuchen bereit gestellt hat. 🙂“ [4] (im geschwärzten Bereich befindet sich die Firmenanadresse von shirtzshop die Liebich auch in jedem Impressum angibt).

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[3] Screenshot „Google Cache“
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[4] Screenshot „kaffeefahrt.pdf“
Kein Wort von einem „ernstzunehmenden Mordaufruf“, geschweige denn etwas dem auch nur im Ansatz nahe kommenden. Im Gegenteil: noch vor ein paar Wochen lud er in einem Video bei Facebook auf seiner Hetzseite „Halle-Leaks“ zu einem Kaffekränzchen mit dem aus seiner Sicht „politischen Gegner“ ein. Wer an Zufälle glaubt, kann das tun: Dieses Video hat er mittlerweile gelöscht.

In einem weiteren Facebook-Post macht er dann auch deutlich, worum es ihm mit der Fälschung des Mordaufrufs tatsächlich geht. [5]. Hetze gegen politische Gegner und Geflüchtete sowie Verleumdung und Beleidigung und dabei ist ihm offensichtlich jedes (!) Mittel recht.

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[5] Screenshot „Halle-Leaks“
P.S. an die (uniformierten) Bewegungsmelder von der Kriminalpolizei Halle: Macht euren Job doch bei echten Verbrechen statt Nazis wie Sven Liebich vor einem selbst initiierten Kaffeekränzchen zu „warnen“. Der versuchte Totschlag auf der Ziegelwiese vor über einem Monat, dessen schnelle Aufklärung ihr maßgeblich mit versaut habt [6], ist noch immer ungeklärt. [7]

[6] Inakzeptables Fehlverhalten der Polizei nach rechtem Angriff in Halle (Saale)
[7] Nach Messerangriff: Polizei tappt weiter im Dunklen und sucht auf Ziegelwiese erneut nach Spuren

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Redebeitrag: Tatort Naziterror… versuchter Mord!

Wir dokumentieren hier unseren Redebeitrag auf der Solidemo „Tatort Naziterror… versuchter Mord!

Genoss*innen, Freund*innen und Bürger*innen,
in der Nacht von Freitag auf Samstag fand in Halle zum wiederholten Mal ein Übergriff von Neonazis statt. Auf der Peißnitz haben Nazis einen Menschen niedergestochen, der nur durch Glück überlebt hat. Wir erleben gerade eine neue Stufe der Eskalation. Die Brutalität des Angriffs lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Das war versuchter Mord!
Gleichzeitig ist diese Tat nur ein neuer Höhepunkt der Realität in Halle und Sachsen-Anhalt. Wir erleben ein Klima zunehmender Enthemmung. Immer wieder werden Menschen Opfer rechter Gewalt. Nazis machen auch nicht davor Halt, ein achtjähriges syrisches Mädchen mit einer Bierflasche anzugreifen oder bei Menschen zuhause einzubrechen und sie zusammenzuschlagen – beides geschehen im April.
In diesem Klima, das durchaus an die 90er Jahre erinnert, ist jetzt ein Mensch fast umgebracht worden. Eine faschistische Ideologie nimmt Tote billigend in Kauf. Nazis morden – das ist Realität. Dabei ist vollkommen egal, ob man eine unpassende politische Meinung oder andere Hautfarbe hat – oder, wie geschehen, einfach zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es wieder Todesopfer rechter Gewalt gibt. Es könnte jede*n treffen. 
Wir möchten dem Betroffenen auf diesem Wege gute Besserung wünschen. Wir sind solidarisch mit allen Opfern rechter Gewalt. 
Gleichzeitig ist es aber notwendig, selbst zu handeln. Es gilt umso mehr, Nazis tagtäglich das Leben zur Hölle zu machen. Wer nichts tut, trägt eine Mitschuld, dass sie sich in der Gesellschaft wohlfühlen und Andere terrorisieren können.
Quelle: Screenshot mz-web.de

Tatort Naziterror… versuchter Mord!

Am Sonntag (5.6.) um 18:00 Uhr findet eine Solidemo unter dem Motto „Tatort Naziterror… versuchter Mord“ statt. Treffpunkt ist am Marktplatz.

Samstag Nacht wurde auf der Ziegelwiese ein junger Mann von Nazis beinahe umgebracht. Er liegt momentan auf der Intensivstation.
Wir rufen dazu auf, sich der Demo anzuschließen und entschieden zu sagen: Jetzt ist Schluss!

Infos: http://www.mz-web.de/halle-saale/versuchter-totschlag-eskalation-der-gewalt-auf-der-ziegelwiese-24169580