Protest gegen die von Sven Ebert organisierte Lesung mit Willy Wimmer im „DORMERO“

Am 23.03.2017 fand in Halle im „DORMERO Kongress- und Kulturzentrum“ eine von Sven Ebert organisierte Lesung mit dem in der extremen Rechten etablierten Propagandisten Willy Wimmer statt.
Gäste der Veranstaltung waren u.a. der rechte Querfrontler Sven Liebich und mehrere Mitglieder der identitären „Kontrakultur Halle“.
Wir dokumentieren im folgenden die durch den Gegenprotest verteilten Flyer:

Konsequent gegen „Neue Rechte“ – Rassismus ist nicht verhandelbar!
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Skript zum Vortrag: Der verzweifelte Schrei nach Revolution – Die rechtsradikalen Identitären in Halle

Mitte November 2016 veranstalteten wir die Informationsveranstaltung „Der verzweifelte Schrei nach Revolution – Die rechtsradikalen Identitären in Halle
Im Vortrag haben wir die zahlreichen Interessierten über die Wurzeln der Identitären, ihre Aktionskonzepte, Aktionen und Vernetzung in die rechte Szene informiert. Besonderer Fokus lag dabei auf den Aktionen und Aktivisten der „Kontrakultur Halle“.
Nun liegt der Vortrag als Skript zur individuellen Lektüre vor. Informiert euch und werdet aktiv!

Vortrag zum Download (PDF): skript-rechtsradikale-identitare-halle

Vortrag: Der verzweifelte Schrei nach Revolution – Die rechtsradikalen Identitären in Halle

Jutebeutel, Aufkleber gegen „Islamisierung“, Transpiaktionen am Audimax. Die Identitäre Bewegung ist jüngst mit ihrem lokalen Ableger Kontrakultur erneut in Halle auf dem Campus in Erscheinung getreten. Ihr Ziel ist dabei der nichts weniger als die Revolution. Nicht anders ist die Kampagne „Ein Prozent“ zu verstehen, die darauf abzielt, eine „kritische Masse“ zu erzeugen, die das bestehende politische System beseitigt. Die Identitären träumen von ihrem 1968 – was nicht zuletzt durch ihren Hass auf 1968 begründet ist. Sie nutzen Aktionsformen der ehemals Neuen Linken und verkleiden diese in pseudointellektuellem Gewand. Die aufgesetzte „Intellektualität“ dient dabei vor allem auch dazu, die vereinzelten Träume von einer Wiederkehr des Nationalsozialismus zu kaschieren.

Anna und Arthur werden euch die Wurzeln der Identitären, ihre Aktionskonzepte, Aktionen und Vernetzung in die rechte Szene näher bringen. Besonderer Fokus liegt hierbei auf Aktionen und Aktivisten in Halle.


Dienstag, 15.11.2016 um 19 Uhr
Ort: Studentischer Aufenthaltsraum/Steintor-Campus, Adam-Kuckhoff-Straße 34 a


Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Vortrag: Oury Jalloh – von Polizisten ermordet, vom Staat vertuscht

Vortrag am Donnerstag, 10.11.2016 um 18 Uhr
Ort: Studentischer Aufenthaltsraum/Steintor-Campus, Adam-Kuckhoff-Straße 34 a

Am frühen Morgen des 7. Januars 2005 wird der aus Sierra Leone geflüchtete Oury Jalloh von zwei Dessauer Polizeibeamten rechtswidrig in Gewahrsam genommen. Die Polizisten fixieren ihn an Händen und Füßen auf einer schwer entflammbaren Matratze in der Zelle 5 des Dessauer Polizeireviers. Wenige Stunden später ist Oury Jalloh bis zur Unkenntlichkeit verbrannt…

Noch bevor der Tatort „kriminaltechnisch“ untersucht wird, behauptet ein Mitarbeiter des LKA Sachsen – Anhalt in einem Video, dass „der schwarzafrikanische Mitbürger sich selbst angezündet hat.“ Es wird kein Brandsachverständiger an den Tatort gerufen. Erst drei Tage später gibt die vom Innenministerium beauftragte Tatortgruppe einen Teil des Brandschuttes ins Labor. Dort taucht plötzlich ein Feuerzeugrest auf, von welchem die Ermittler fortan behaupteten, dass Oury Jalloh mit diesem Feuerzeug die Matratze und sich selbst in Brand gesetzt habe. Das Feuerzeug wurde 2012 erstmals untersucht: es gibt keine Spuren von Oury Jallohs Kleidung oder der Matratze. Staat dessen sind unzählige Fasern mit dem Feuerzeugrest verschmolzen, deren Herkunft bislang nicht geklärt wurde. Der nachträglich präsentierte Feuerzeugrest kann also gar nicht im Brandschutt der Zelle 5 gelegen haben! Trotzdem vertritt die Dessauer Staatsanwaltschaft weiter die Hypothese der „Selbstentzündung“. Sie ignoriert auch alle anderen Beweise und Sachverständigenmeinungen, die eindeutig dafür sprechen, dass Oury Jalloh nur durch Dritte und mit Hilfe von Brandbeschleunigern angezündet worden sein kann!

Aktivist*innen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh berichten darüber, wie der Mord an Oury Jalloh in Polizeigewahrsam seit elf Jahren durch Polizei und Justiz kollektiv vertuscht wird sowie über den aktuellen Stand der Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh.
Oury Jalloh ist kein Einzelfall. Lügen, Vertuschung und Repression ist die Antwort staatlicher Organe, wenn es um die Aufklärung rassistischer Verbrechen geht, insbesondere dann, wenn die Täter in einer Polizeiuniform stecken.

Außerdem: Aktuelles zu der Kampagne „Gegen das #Verbrennen, #Vertuschen, #Verschweigen, #Verfolgen“ zum 12. Todestag von Oury Jalloh am 7.1.2017 in Dessau!

Organisiert von NO Halgida, gefördert vom Bündnis Halle gegen Rechts.


Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

„Kontrakultur Halle“ und die Immatrikulationsfeier der Uni Halle

Aktivist*innen haben am vergangenen Freitag, den 7.10.2016 eine Aktion der identitären „Kontrakultur Halle“ bei der Immatrikulationsfeier der Uni Halle kritisch begleitet.

Wir wollen hier einen kleinen Überblick über die handelnden Protagonisten des halleschen Ablegers der „Identitären Bewegung“ (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) geben.

Die Aktion bleibt indes für die „Identitären“ nicht folgenlos. Die Uni Halle hat Strafanzeige erstattet.

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(1) Dorian Schubert, (2) Florian Müller, (3) Mario Müller, (4) Philip Thaler, (5) Simon Kaupert, (6) Andreas Karsten, (7) Till-Lucas Wessels, (8) Jan Scharf

(1) Dorian Schubert
Der 26-jährige Dorian Schubert ist Gründungsmitglied des Stützpunktes Lörrach (Baden-Württemberg) der neonazistischen Jugendorganisation der NPD, „Junge Nationaldemokraten“ (JN). Das Mitglied der „Freien Kräfte Lörrach“ fiel in der Vergangenheit durch Teilnahmen an Nazi-Demos sowie Übergriffen auf „Linke auf. 2014 kam es deshalb zu einem Prozess gegen ihn. Die „Freien Kräfte Lörrach“ planten 2009 einen Bombenanschlag auf ein linkes Zentrum in Freiburg.
Er ist außerdem Mitglied der rechten Burschenschaft „Halle-Leobener Burschenschaft Germania“ (HLB).

(2) Florian Müller
Florian Müller ist seit 2009 in rechten Kreisen aktiv und ist seit 2010 Mitglied der JN Halle. Er war in der Vergangenheit Bindeglied zwischen freien Kräften aus dem Saalekreis und der JN Halle. Die rechte Montagsdemo in Halle besuchte er anfangs ebenfalls.

(3) Mario Müller
Der 27-jährige bekennende Waffennarr Mario Alexander Müller ist ein ideologisch gefestigter Neonazi. „Nachdem es in seiner Familie zu Konflikten aufgrund seiner politischen Aktivität kam und er vor die Frage „Politik oder Familie?“ gestellt wurde, antwortete er „Nationaler Sozialismus oder Tod!“ und schlug sich wochenlang teils im Wald übernachtend durch.“
Mario Müller kommt regelmäßig mit dem Gesetz in Konflikt. Bei einem Angriff auf einen Jugendlichen machte er sich der gefährlichen Körperverletzung schuldig und wurde zu vier Tagen Jugendarrest verurteilt. Verfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, unerlaubten Schießens mit einer Schrotflinte, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung, versuchter Nötigung bzw. Zeugenbeeinflussung sowie gemeinschaftlichen Landfriedensbruchs wurden gegen Auflagen eingestellt.
2013 wurde er wegen einer schweren Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

(4) Philip Thaler
Philip Thaler ist ebenfalls Mitglied der rechten Burschenschaft HLB Germania. Im Mai 2016 war er an der von „1 Prozent für unser Land“ inszenierten  Zaunbau-Aktion in Schöngleina beteiligt. Hier wurde vor einer Unterkunft für minderjährige Geflüchtete ein Maschendrahtzaun zum „Schutz“ errichtet.
Er gehörte außerdem zu dem Kreis an „Identitären“, die Ende August auf das Brandenburger Tor stiegen.

(5) Simon Kaupert
Der Gründer des Würzburger Pegida-Ablegers „Wügida“ ist regelmäßig bei Aktionen der „Kontrakultur Halle“ beteiligt. Außerdem organisierte er für die rassistische „1 Prozent für unser Land“-Gruppe die Wahlbeobachtung für die Landtagswahlen 2016 in Sachsen-Anhalt.
2015 nahm er an einem Pfingstlager der JN in Lützellinden bei Gießen teil.

(6) Andreas Karsten
Gegen Andreas Karsten liegt im Moment eine Anzeige wegen eines Übergriffs vor. Der Bericht vom 9.3.2016 der Mobilen Opferberatung Halle lautet wie folgt:
„Nach einer öffentlichen Aktion des Halleschen Ablegers der sog. Identitären Bewegung auf dem Markplatz versucht einer der Teilnehmenden, einen Beobachter daran zu hindern, ihnen in eine Straßenbahn Richtung Beesen zu folgen. Das gelingt ihm aufgrund weiterer zusteigender Fahrgäste jedoch nicht. Daraufhin kündigt der Rechte an, den Studenten an der nächsten Haltestelle aus der Bahn zu drängen und ruft eine weitere Person aus seiner Gruppe zu sich. An der Haltestelle Franckeplatz versucht der Mann dann, den Betroffenen aus der Bahn zu treten und zu zerren. Als mehrere Passanten einschreiten und die Polizei alarmieren, lässt der Angreifer von dem 25-Jährigen ab und die Gruppe verlässt die Bahn. Dem Betroffenen und weiteren Zeugen gelingt es, die Gruppe zu verfolgen, sodass vor Ort eintreffende Polizeibeamte kurz darauf die Personalien des Angreifers aufnehmen können. Der Student erstattet Anzeige.“

(7) Till-Lucas Wessels
Das Mitglied der Sängerschaft Fridericiana Halle trat am 5.9.2016 bei der rassistischen Pegida-Demo in Dresden auf. Zuvor hatte er zusammen mit Melanie Schmitz (ebenfalls Kontrakultur Halle) einen Auftritt auf der AfD-Wahlparty in Mecklenburg-Vorpommern.

(8) Jan Scharf
Jan Scharf ist Mitglied der rechten Burschenschaft HLB Germania.

Bildquelle (Hausfriedensbruch – Uni Halle erstattet Strafanzeige gegen Identitäre): Screenshot www.mz-web.de

Transpi- und Flyeraktion im „Auktionshaus Sven Ebert“

Nachdem Sven Ebert in letzter Zeit vor allem durch die Verbreitung menschenfeindlicher Ideologien auf sich aufmerksam machte, haben wir heute bei einer Versteigerung in seinem Auktionshaus ein deutliches Zeichen gesetzt.

Kurz bevor die erste Bieterin neben dem Zuschlag auch noch das rassistische Buch „Umvolkung“ des Autors Akif Pirinçci vom Auktionator Sven Ebert geschenkt bekam, starteten wir unsere Aktion.

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Transpi- und Flyeraktion im Auktionshaus Ebert
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Flyer Seite 1 – Auktionshaus Ebert
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Flyer Seite 2 – Auktionshaus Ebert

 

 

 

Identitäre missbrauchen die Toten in Nizza, um nationalistische und menschenverachtende Ideologien auf die Straße zu tragen

Heute Nachmittag machte die sogenannte Kontrakultur Halle mit einer Aktion deutlich, wie menschenverachtend und nationalistisch ihre Ideologie ist.

Nachdem sie sich zunächst am Hallmarkt getroffen haben und unsere Anwesenheit bemerkt wurde, irrten sie erst mal eine Stunde durch die Stadt. Nach eingängiger Beratung hielten sie es anscheinend doch für sicherer ihre Aktion bei der Polizei anzumelden. Gefühlte Stunden später stellten sie sich dann mit einem Transpi und Pappkarten an den Boulevard und verbreiteten ihre Hetze gegen geflüchtete Menschen. Sie missbrauchten die Toten in Nizza, um gegen Menschen zu hetzen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen. Unterstützung bekamen sie dabei u.a. von dem aus Österreich angereisten Martin Sellner (IB Österreich).

Doch bei diesem Affentheater blieben sie nicht ungestört. AntifaschistInnen kommentierten die Aktion mit lautem und entschlossenem Protest. Damit machten sie auch den umstehenden PassantInnen deutlich, um was es bei der Aktion der identitären RassistInnen ging. Zudem wurde ein Transparent hoch gehalten auf welchem „Montagsdemo, Brigade, Kontrakultur, AfD – Scheisze- Reclaim the streets“ zu lesen war. Durch die Unterbrechung fühlten sich die identitären Nazis sehr gestört und Sellner ging auf die AktivistInnen und deren Transpi los.

Das anwesende ZDF Fernsehteam dokumentierte die Aktion ebenfalls.

Für uns steht fest: Kein Fußbreit dem Faschismus. Alerta!

Demo, 7.7., 17 Uhr, Halle: Solidarität statt Integrationsgesetze

Am Donnerstag, den 7.7.2017 will der Bundestag das umstrittene Integrationsgesetz verabschieden [1].
„No Lager Halle“ ruft deshalb zu einer Demo am 7.7. um 17 Uhr in Halle auf dem Marktplatz auf und schreibt:
„Wir wollen unseren Protest gegen das „Integrationsgesetz“ und die Entrechtung von Geflüchteten gemeinsam auf die Straße tragen. Wir fordern den Stopp einer Stigmatisierung und Zwangserziehung von Geflüchteten! Arbeitsverbote und jegliche Formen der „Residenzpflicht“ müssen abgeschafft werden!

Lasst uns den Willkommensrufen die Forderung folgen: Bleiberecht ohne Restriktionen für alle! Diskriminierende Gesetze stoppen!“

Mehr Infos: http://antiranetlsa.blogsport.de/2016/06/30/solidaritaet-statt-integrationsgesetz/
Please see the link above for the English, Arabic, Farsi, Francaise, Portugues and Pashto version of the call for action.

[1] https://www.proasyl.de/news/breite-kritik-der-zivilgesellschaft-am-geplanten-integrationsgesetz/

Neonazi Sven Liebich erfindet Mordaufruf gegen sich

Der Betreiber der Hetzseite „Halle-Leaks“, Sven Liebich, schreibt am Dienstag auf seiner Seite, dass er „[…] Besuch der Kriminalpolizei […] in der halleschen Firma“ hatte. Weiter schreibt er: „Gegen den Geschäftsführer Sven Liebich seien ernstzunehmende Mordaufrufe auf […] „Indymedia“ aufgetaucht“ und „ähnliche Aufrufe in gedruckter Form auch zur „langen Nacht der Wissenschaften“ an der Martin-Luther-Universität am Freitag, dem 1.Juli (Tag des Postings auf Indymedia) verteilt worden“. [1]+[2]

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[1] Screenshot „Halle-Leaks“
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[2] Screenshot „Halle-Leaks“
Dummerweise war bei „Indymedia“ nichts zu finden und eine Websuche ergab im ersten Moment auch keine Ergebnisse. Die erwähnten Flyer waren uns ebenfalls nicht bekannt. Sollte der Aufruf gelöscht wurden sein oder hat #Lügenzwän mal wieder eine Geschichte erfunden?

Glücklicherweise wusste Google Cache (ein Speicher für alle von Google gefundenen Seiten) Abhilfe. Hier findet sich der Artikel vom 1.7.2016 mit einer Einladung zu einer „[…] Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen […]“. [3] Der Aufruf in „gedruckter Form“ findet sich dort offenbar ebenfalls („kaffeefahrt.pdf“). Darin heißt es: „Sven Liebich hetzt gegen Flüchtlinge, verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien, diffamiert, verleumdet und beleidigt politische Gegner. Sven Liebich lügt sein Leben lang, um sein Geltungsbedürfnis damit zu befriedigen. Wenn Ihr ihm die ersehnte Geltung zukommen lassen wollt, dann fahrt doch einfach mal in die [Firmenanschrift der von Liebich geführten shirtzshop GmbH, Anm. d. Verf.]
Wir hoffen für Euch, dass er dann schon Kaffee und Kuchen bereit gestellt hat. 🙂“ [4] (im geschwärzten Bereich befindet sich die Firmenanadresse von shirtzshop die Liebich auch in jedem Impressum angibt).

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[3] Screenshot „Google Cache“
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[4] Screenshot „kaffeefahrt.pdf“
Kein Wort von einem „ernstzunehmenden Mordaufruf“, geschweige denn etwas dem auch nur im Ansatz nahe kommenden. Im Gegenteil: noch vor ein paar Wochen lud er in einem Video bei Facebook auf seiner Hetzseite „Halle-Leaks“ zu einem Kaffekränzchen mit dem aus seiner Sicht „politischen Gegner“ ein. Wer an Zufälle glaubt, kann das tun: Dieses Video hat er mittlerweile gelöscht.

In einem weiteren Facebook-Post macht er dann auch deutlich, worum es ihm mit der Fälschung des Mordaufrufs tatsächlich geht. [5]. Hetze gegen politische Gegner und Geflüchtete sowie Verleumdung und Beleidigung und dabei ist ihm offensichtlich jedes (!) Mittel recht.

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[5] Screenshot „Halle-Leaks“
P.S. an die (uniformierten) Bewegungsmelder von der Kriminalpolizei Halle: Macht euren Job doch bei echten Verbrechen statt Nazis wie Sven Liebich vor einem selbst initiierten Kaffeekränzchen zu „warnen“. Der versuchte Totschlag auf der Ziegelwiese vor über einem Monat, dessen schnelle Aufklärung ihr maßgeblich mit versaut habt [6], ist noch immer ungeklärt. [7]

[6] Inakzeptables Fehlverhalten der Polizei nach rechtem Angriff in Halle (Saale)
[7] Nach Messerangriff: Polizei tappt weiter im Dunklen und sucht auf Ziegelwiese erneut nach Spuren

Kooperation mit Menschenfeinden beenden!

In den letzten Tagen ist herausgekommen, dass hinter der Umzugsfirma Ebert offensichtlich eine Menge menschenfeindlicher Ideologie steckt. Auch wenn wir diese „Enthüllungen“ sehr begrüßen und hoffen, dass die Geschäftspartner*innen daraus jetzt ihre Schlüsse ziehen, fällt doch auf, dass die Einstellung des Inhabers, Sven Ebert, lange bekannt und verbreitet wurde.
So trat er bereits vor der Landtagswahl im März 2016 auf einer Veranstaltung der AfD Sachsen-Anhalts auf, die vom neu-rechtem „Compact-Magazin“ aufgezeichnet wurde. [1] Das Compact-Magazin wird vom Verschwörungsideologen Jürgen Elsässer geleitet, der dort immer wieder Aufrufe zum „Umsturz“ verbreitet und gegen Geflüchtete, „Zionisten“, Israel und die USA hetzt. Allein das sollte Ebert als Menschenfeind outen, denn die AfD ist in Sachsen-Anhalt noch deutlicher rechter als der Landesverband und Forderungen wie der nach der „Obergrenze 0“, der Abschaffung der Kunstfreiheit oder die Ächtung von Homosexualität gehören zum Standardrepertoire der lokalen Spitzen. Allerdings war Ebert nicht nur dort, sondern ging mit rassistischen und anti-demokratischen Äußerungen auch locker mit, wenn er die allgemeine Hetze nicht sogar übertraf.
 
So stellte sich Ebert, der tatsächlich Mitglied der grünen Partei ist, als solches vor, betonte aber gleichzeitig kein „Pädophiler“, nicht „auf Crystal Meth“ und gegen „Frauenquote“ und „Genderwahnsinn“ zu sein. Er sei hauptsächlich bei den Grünen eingetreten, um die heimische „Kulturlandschaft“ zu wahren, könne aber mit der herrschenden Meinung, die er als „Rinderwahnsinn“ bezeichnet, nichts anfangen. Sein fehlendes Demokratieverständnis bewies er dann auch, als er feststellte, dass die grünen Spitzenpolitiker*innen wirken würden, als seien sie ferngesteuert.
 
Zur Asylpolitik fiel ihm ein, dass er grundsätzlich nichts gegen Hilfe gegenüber Schwächeren habe, aber allzu asylfreundliche Politiker*innen wie Bodo Ramelow auch einfach selbst „da runter“ fahren könnten, um den Tag mit „In schā’a llāh“ (einer islamischen Formel) zu begrüßen. Als wichtiges grünes Anliegen beschrieb er den Kampf gegen „Halal-Fleisch“ und Schächtungen, denn „die (also die Muslim*innen, Anm.) können das in ihrer Wüste betreiben“. Auch gegenüber der Huffington Post erklärte er, dass er wegen „dieser Asylpolitik“ die Grünen nicht mehr wählen könne, da es nicht angehen könnte „Hinz und Kunz“ ins Land zu holen. Wichtig ist Ebert dabei auch, dass die Geflüchteten wieder verschwinden, also „ihr Land aufbauen“. Außerdem behauptet er, dass der Grünen-Politiker Sebastian Striegel „Faschismus und Rassismus fördere“ und meinte damit das antifaschistische Engagement des Politikers. [2]
 
Die Tatsache, dass Ebert seine Umzugsfirma nun dazu benutzt für das Buch „Umvolkung“ von Akif Pirinçci zu werben, hat also eine lange Vorgeschichte und kommt nicht aus dem Nichts. Die von Pirinçci vertretene These, in Deutschland grassiere der politische Wahn und das Volk würde ausgetauscht („Umvolkung“, der Titel des Buches und ein nationalsozialistischer Kampfbegriff) sind genau die Hauptelemente des bisherigen Ebert’schen Denkens. Die Elite (also die Spitzenpolitiker*innen, „die da oben“) wird entweder als wahnsinnig, bewusst volksverräterisch oder ferngesteuert imaginiert, denn es geht um die Vernichtung des „deutschen Volkes“, die eigentlich niemand wollen könne. Diese angebliche „Vernichtung“ besteht allerdings nur darin, dass man nicht-Deutschen Flucht und Migration in die Bundesrepublik nicht völlig verschließt. Auch wenn sich die neue Rechte ungern so offen äußert, geht es also um die „Reinheit der Rasse“ und nichts anderes.
 
Sven Ebert darf aber nicht nur als wirrer „Urgrüner“ zur Legitimation menschenfeindlicher Positionen herhalten, sondern verfügt offensichtlich über beste Kontakte und eine gewisse Wichtigkeit in den rechten Netzwerken Sachsen-Anhalts. So trat er auf Demos mit seinem Compact-Schild auf [3], schüttelte dem Rechts-Außen-MdL und Nazi-Unterstützer („Identitäre Bewegung“) Hans-Thomas Tillschneider die Hand [4] und benutzt auch seine Auktionen auf „Gut Sannenschein“ in Schkopau zur intensiven Bewerbung des Compact-Magazins. Die erwähnten Auftritte auf der AfD-Veranstaltung und in der Huffington Post beweisen, dass die Rechten seine Bemühungen honorieren.
 
Da es nicht wahrscheinlich ist, dass Ebert seine Einstellung in nächster Zeit ändern wird, sondern davon schwadroniert, dass ihn die Methoden der heutigen Antifaschist*innen an die Methoden der „Neonazis und Faschisten“ erinnern [5], fordern wir:
 
– die Stadträt*innen Halles dazu auf, sicherzustellen, dass jede Kooperation mit Sven Ebert und den Einrichtungen, an denen er beteiligt ist, eingestellt wird.
 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt dazu auf, das Ausschlussverfahren gegen Sven Ebert bis zum erfolgreichen Abschluss zu bringen und sicherzustellen, dass solche Einstellungen zukünftig keinen Platz in der Partei haben.
 
– die zuständigen Stellen dazu auf, das ehrenamtliche Engagement Sven Eberts als Handelsrichter am Landgericht Halle (Saale) zu beenden [6].
Verweise:
[1] „COMPACT Live: AfD vor dem Durchbruch“, 31.3.2016