Aufarbeitung der MDR-Sputnik-„Heimattour“ fortsetzen

Nach unserer Kritik an der MDR Sputnik „Heimattour“ bei dem faschistischen Reichsbürger Mathias Meese, ist scheinbar einiges passiert. So wurde der Skandal im Hörfunkausschuss des Landes thematisiert und der Sender hat daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter der Heimattour, der die „Alte Schachthalle“ in Helbra ausgewählt hatte, beendet. Darüber hinaus möchte man jetzt auch „mittelbare“ Vertragspartner*innen überprüfen. Trotzdem halten wir einige Sachen weiterhin für problematisch und zweifeln daran, dass MDR Sputnik die Vorkommnisse ernsthaft aufgearbeitet hat.

Dafür gibt es einige Argumente: 

1. Die Veranstaltung fand trotz Kritik statt. Obwohl Sputnik bereits lange vor unserer öffentlichen Kritik über den problematischen Eigentümer der Halle informiert wurde, bestand man dort auf eine Durchführung der Party. Faktisch wurde hier also ein Reichsbürger finanziert.
2. Auf die Kritik wurde nie ernsthaft eingegangen. Auch auf wiederholtes Nachfragen hin verweigerte Sputnik gegenüber Kritiker*innen jede inhaltlich Aussage dazu. Vielmehr wurde uns anfänglich pauschal unterstellt, dass unsere Darstellung falsch sei und man ja nur mittelbar mit Meese zusammenarbeiten würde. Später folgten allgemein Statements gegen „Extremismus“ und Rassismus. 
3. Dass es überhaupt Konsequenzen gab, liegt offensichtlich nicht an der Reflexionsfähigkeit der Sputnik-Verantwortlichen, sondern daran, dass MZ-Journalist*innen wie Anja Förtsch den Fall aufgegriffen haben und wir einzelne Hörfunkrat-Mitglieder direkt kontaktierten. Unsere Kritik hat zuerst nichts bewirkt, sondern nur der öffentliche Druck.

4. Passend dazu gibt es von Sputnik bis heute keine ernsthafte Erklärung dazu. Weder wurde die neue Veranstaltungspraxis öffentlich erklärt, noch wurde die Kritik inhaltlich angenommen. Der Sender versucht sich genauso aus der Affäre zu ziehen, wie vor der Partyund bleibt bei seiner Ignoranz.

Aus unserer Sicht ist dieser Skandal erst abgeschlossen, wenn die sicher lobenswerten Konsequenzen auch inhaltlich begründet werden. Es muss aus unserer Perspektive darum gehen, dass auch den Hörer*innen und der Öffentlichkeit deutlich gemacht wird, dass es mit Reichsbürger*innen und andere Menschenfeind*innen ab sofort keinerlei Zusammenarbeit mehr geben wird. Wir hoffen dabei auf den Rundfunkrat, der sich nun auch mit dem Thema beschäftigen wird und hoffentlich Druck auf den MDR Sputnik ausüben kann.

Presse: 
MZ: Kritik an MDR-Party in Helbra – No Halgida: „Man arbeitet nicht mit Rassisten zusammen“ – https://www.mz-web.de/28847260
DER TAGESSPIEGEL: MDR-„Heimattour“ in der Halle eines Reichsbürgers – http://www.tagesspiegel.de/medien/rechtsextremismus-mdr-heimattour-in-der-halle-eines-reichsbuergers/20585634.html
HalleSpektrum: MDR Sputnik sagt Heimattour in „Reichsbürgerhalle“ nicht ab – https://hallespektrum.de/nachrichten/vermischtes/mdr-sputnik-sagt-heimattour-in-reichsbuergerhalle-nicht-ab/302139/
MZ: „Sputnik Heimattour“ Katerstimmung beim MDR nach Hausverbot für MZ – https://www.mz-web.de/28875458
MZ: „Heimattour“ MDR beendet Zusammenarbeit mit umstrittenen Veranstalter – https://www.mz-web.de/28879446
Neues Deutschland: Wenn der MDR-Jugendsender bei einem Nazi feiern lässt – https://www.neues-deutschland.de/artikel/1070651.reichsbuerger-in-sachsen-anhalt-wenn-der-mdr-jugendsender-bei-einem-nazi-feiern-laesst.html
MZ: Kommentar zum „Heimattour“-Eklat: Das war’s noch nicht für den MDR – https://www.mz-web.de/28882412 
MZ: MDR überarbeitet Heimattour: Prüfung nach Kooperation mit rechtsextremem Reichsbürger – https://www.mz-web.de/28944082
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Mathias Meese - Sputnik Heimattour 2017

MDR Sputnik zu Gast bei Reichsbürgern?

Liebes MDR Sputnik – Team,

momentan wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk stark von Rechtsextremen aller Art angegriffen: Sagt jemand etwas halbwegs Demokratisches, dann kommt er*sie von der „Lügenpresse“. Werden rechte Meinungen abgebildet, dann dient das zur „Beruhigung der Massen“ und ist ebenfalls bloße Propaganda der „Mietmäuler“. Auch medienpolitisch zeigt sich der Rechtsruck also – zumindest in den Kommentarspalten. Über sie hinaus geht er immer dann, wenn sich Programme und Sender mit den menschenfeindlichen Gegebenheiten abfinden und jede Abgrenzung zum Faschismus fallen lassen. Dafür ist leider eure „Heimattour“, die am 18. November in der „Alten Schachthalle“ in Helbra stattfinden soll, ein sehr trauriges Beispiel.

Denn diese Halle gehört Mathias Meese, der vor allem als rechtsextremer Reichsbürger und AfD-Unterstützer wirkt. Ihr gebt euren Namen und eure Werbung dafür her, dass jemand Gewinn machen wird, der ihn wohl in das nächste faschistische Projekt steckt. Meese ist fanatischer Anhänger der Reichsbürger-Ideologie, die davon ausgeht, dass die Bundesrepublik eine Besatzung darstellt, die bestehende Demokratie wertlos ist und dass die Verschwörung gegen das „deutsche Volk“ für alles Elend verantwortlich ist. Meese verbreitet darüber hinaus verschwörungsideologische Videos, die den Deutschen dazu passend die Schuld am zweiten Weltkrieg absprechen („Der Krieg, der viele Väter hatte“ von Gerd Schultze-Rhonhof), garniert wird dieses historische Wissen mit Likes für Adolf Hitler, den NS-Juristen Roland Freisler oder – ganz aktuell – Bashar Al-Assad. Diese Vorstellungen, die Meese öffentlich in verschiedenen Foren unter Anderem auf „Google Plus“ und „Facebook“ verbreitet, sind deckungsgleich mit denen der aufgedeckten Reichsbürger-Terrorzelle oder denen von Adrian Ursache, der in seinem Wahn um sich schoss. Sollte also das nächste Mal wieder ein*e Passant*in, Polizist*in oder Antifaschist*in angeschossen werden, habt ihr vielleicht die Finanzierung der Kugel ermöglicht.

Das was uns an der ganzen Geschichte besonders ärgert ist übrigens die Tatsache, dass ihr das Alles hättet wissen können. Mathias Meese versteckt sein Weltbild nicht und man findet es mit einer einfachen Suche. Auch bietet er seine „Schachthalle“ gerne für rechtsextreme Zwecke an, weshalb die AfD zum Wahlkampfauftakt in Sachsen-Anhalts im August Björn Höcke auftreten ließ. Wo ihr nun eine nette Party feiern wollt, hat also vorher jemand, der an Menschenrassen glaubt, seine Hetze verbreitet.

Wir können uns vorstellen, dass ihr bei dieser Debatte lieber neutral bleiben wollt oder darauf hinweist, dass die „Heimattour“ gar nicht von euch veranstaltet, sondern nur begleitet und beworben wird. Das geht aber schon rein finanziell nicht: Entweder ihr unterstützt (ja, dazu gehört auch die Werbung durch euren Namen) einen Reichsbürger oder nicht. Entweder ihr findet diese Ideologie in Ordnung oder eben nicht.

Wir hoffen auf letzteres und verbleiben mit antifaschistischen Grüßen,

No Halgida

Presse: 
MZ: Kritik an MDR-Party in Helbra – No Halgida: „Man arbeitet nicht mit Rassisten zusammen“ – https://www.mz-web.de/28847260
DER TAGESSPIEGEL: MDR-„Heimattour“ in der Halle eines Reichsbürgers – http://www.tagesspiegel.de/medien/rechtsextremismus-mdr-heimattour-in-der-halle-eines-reichsbuergers/20585634.html
HalleSpektrum: MDR Sputnik sagt Heimattour in „Reichsbürgerhalle“ nicht ab – https://hallespektrum.de/nachrichten/vermischtes/mdr-sputnik-sagt-heimattour-in-reichsbuergerhalle-nicht-ab/302139/
MZ: „Sputnik Heimattour“ Katerstimmung beim MDR nach Hausverbot für MZ – https://www.mz-web.de/28875458
MZ: „Heimattour“ MDR beendet Zusammenarbeit mit umstrittenen Veranstalter – https://www.mz-web.de/28879446
Neues Deutschland: Wenn der MDR-Jugendsender bei einem Nazi feiern lässt – https://www.neues-deutschland.de/artikel/1070651.reichsbuerger-in-sachsen-anhalt-wenn-der-mdr-jugendsender-bei-einem-nazi-feiern-laesst.html
MZ: Kommentar zum „Heimattour“-Eklat Das war’s noch nicht für den MDR – https://www.mz-web.de/28882412 
MZ: MDR überarbeitet Heimattour Prüfung nach Kooperation mit rechtsextremem Reichsbürger – https://www.mz-web.de/28944082

Demobericht “Keine Ruhe dem IfS – für die Freiheit – gegen autoritären Wahn!“, Schnellroda 16. September 2017

Rückblick auf die Proteste am 16.9. in Schnellroda*
Gestern, am 16.9.2017, haben die Bündnisse „No Halgida“ und „Aufstehen gegen Rassismus“ von 14 bis 18 Uhr Proteste im Dorf Schnellroda (Saalekreis) durchgeführt. Diese richteten sich gegen das faschistische „Institut für Staatspolitik“, an welchem an diesem Wochenende erneut die sogenannte „Sommerakademie“ stattfand. Mit drei Infoständen, die jeweils von „Querfurt für Weltoffenheit“, der LINKEN Saalekreis und Aufstehen gegen Rassismus/ No Halgida organisiert wurden, wurde der antifaschistische Protest deutlich sichtbar. Danach konnten wir ab 16:30 Uhr mit einer Standkundgebung vor dem „Schäfchen“, dem Veranstaltungsort der Faschist*innen, unsere Ablehnung direkt überbringen und in mehreren Redebeiträgen politische Kritik an den herrschenden Verhältnissen und den menschenfeindlichen „IfS“-Strukturen formulieren. Dabei zählten unsere verschiedenen Punkte und die Abschlusskundgebung bis zu 60 Teilnehmer*innen. Damit sind wir zwar unter unseren Erwartungen geblieben und werden uns überlegen, wie man in Zukunft wieder mehr Menschen dafür begeistern kann, konnten unseren Protest aber trotzdem entschlossen, laut und inhaltlich fundiert deutlich machen.

Für unseren Protest spricht auch, dass die Teilnehmer*innen der Sommerakademie in ihrer „kostbaren“ Zeit scheinbar nichts besseres zu tun hatten, als orientierungslos durch das Dorf zu laufen und unsere Teilnehmer*innen abzufilmen und anzupöbeln. Mit der politischen Kritik konnten sie natürlich nichts anfangen, dafür fielen diskriminierende Beleidigungen. Auch blieb das IfS sich dahingehend treu, dass zur Unterstützung wieder einmal einige Nazi-Kameradschafter aus der Umgebung mit Freibier angelockt wurden. Erneut hat sich die Sommerakademie also als Szene-Treff für alte und neue Faschist*innen erwiesen, dessen vermeintlich intellektueller Anspruch am Ende in Pöbelei und Hass aufgeht.

*Auf persönlichen Wunsch eines Einzelnen bieten wir für diesen Demobericht eine Hörempfehlung.

Redebeiträge:
Kaltland Reisen: Henry Nitzsche – früher CDU, heute IfS http://kaltland.blogsport.eu/redebeitraege/henry-nitzsche-frueher-cdu-heute-ifs/

Bündnis „Querfurt für Weltoffenheit“  http://querfurt-fuer-weltoffenheit.blogspot.de/2017/09/demobericht-und-redebeitrag-aus.html

Kollektiv „vonnichtsgewusst“: Redebeitrag Schnellroda 16.9. „Leider waren die Genoss*innen vom Kollektiv „vonnichtsgewusst“ etwas verwirrt und haben deswegen nicht einen Redebeitrag über sondern für das „Institut für Staatspoltik“ geschrieben“ http://vonnichtsgewusst.blogsport.eu/2017/09/16/redebeitrag-schnellroda-16-09/

SDS.Die Linke MLU: Redebeitrag zur Demo: “Keine Ruhe dem IfS – für die Freiheit – gegen autoritären Wahn!“, Schnellroda 16.9. https://www.facebook.com/Sds.mlu/photos/a.438726809509483.90298.208987572483409/1444633692252118/?type=3&theater

No Halgida: Redebeitrag zur Demo: “Keine Ruhe dem IfS – für die Freiheit – gegen autoritären Wahn!“, Schnellroda 16. September 2017 https://nohalgida.wordpress.com/2017/09/17/redebeitrag-zur-demo-keine-ruhe-dem-ifs-fuer-die-freiheit-gegen-autoritaeren-wahn-schnellroda-16-september-2017/

Demoberichte:
Bündnis „Querfurt für Weltoffenheit“  http://querfurt-fuer-weltoffenheit.blogspot.de/2017/09/demobericht-und-redebeitrag-aus.html

Presse:
MDR – Schnellroda: Sommercamp der Identitären Bewegung http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/identitare-treffen-schnellroda-100.html

Mitteldeutsche Zeitung – Institut für Staatspolitik: 50 Demonstranten bei Protest in Schnellroda http://www.mz-web.de/28428714

ZEIT-Störungsmelder – Alte und Neue Rechte vereint in Schnellroda http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2017/09/19/alte-und-neue-rechte-vereint-in-schnellroda_24799 

Bilder:
Die Schablonen gibt es hier Stencils I

 

Screenshot FB-Seite "Bürgerstiftung Halle"

Bildung im Vorübergehen? Bei der „Bürgerstiftung Halle“ eher nicht

Am 24. August 2017 wurde im Rahmen des Projektes „Bildung im Vorübergehen“ der Bürgerstiftung Halle ein Zusatzschild zur Erklärung des Namens der „Jahnstraße“ aufgehängt. Die Tatsache, dass sich die Bürgerstiftung dieses Schild von der extrem rechten Burschenschaft „HLB Germania“ spenden ließ, wurde bereits kritisiert und hat dazu geführt, dass sich die Stiftung distanzierte. Sie gesteht ein, dass es ein Versäumnis war, die menschenverachtenden Positionen der Germania nicht vorher recherchiert zu haben und erklärt, dass die Bürgerstiftung grundsätzlich andere Werte vertrete. (1)

Wir finden diese Klarstellung erst einmal richtig und wichtig und weisen darauf hin, dass es eine dringende Abgrenzung aller demokratischen Kräfte gegenüber der extremen Rechten, wie sie sich unter anderem in der Germania sammelt, braucht. Der Inhalt des Zusatzschildes macht jedoch sehr gut das Bildungsverständnis der Stiftung deutlich, welches wir deutlich ablehnen. „Bildung im Vorübergehen“ würde für uns nämlich bedeuten, dass – natürlich stark komprimiert – eine Person auch in den historischen Kontext eingeordnet wird. Das passiert auf dem Jahn-Schild allerdings nicht, vielmehr gibt es einige Buzzwords, die inhaltlich wenig hergeben. So sei Friedrich Ludwig Jahn „Student, Politiker, Pädagoge, Patriot, Gründer der Turnbewegung und Wegbereiter der Burschenschaften“ gewesen. So wahr diese Inhalte sind, so wenig bilden sie die Fußgänger*innen doch weiter. Von den Beschreibungen hat niemand einen Mehrwert, weil sie nur behaupten, „was“ Jahn gemacht hätte und nicht „warum“ und „wie“. Er hat geturnt, aber warum? Er war Politiker, aber was für einer? Solche und ähnliche Fragen, würden Einordnung, Diskussionsstoff und wieder neue Fragen ergeben, die Lösung der Bürgerstiftung ergibt nur neue Wörter zum lesen.

Die Bügerstiftung nimmt für sich in Anspruch einen Bildungsauftrag zu haben. Um diesen wirklich ernst zu nehmen, müssten die Zusatzschilder aufwändiger formuliert werden, was jedoch nicht heißt, dass der Text automatisch länger werden muss. Jahns Interessensgebiete hingen eng zusammen: So war er sowohl als „Patriot“ als auch als „Politiker“, „Pädagoge“ und „Turner“ ein autoritärer, rassistischer, sexistischer Nationalist, der sein gesamtes Streben danach ausrichtete, das deutsche Volk im Inneren rein und nach Außen stark zu machen. Die „Reinheit“ im Inneren, in dem jede*r mit Turnen und züchtigender Erziehung seinen*ihren Platz findet und zugerichtet wird, ist dabei natürlich genauso eine Wahnvorstellung, wie Jahns pathologischer Hass auf „die Franzosen“, der ihn vor und nach den napoleonischen Kriegen jedes Erlernen der bedeutenden Sprache ablehnen ließ. Wenn diese Kritikpunkte an Jahn, die keine zeitbedingten „Ausrutscher“ sind, sondern seine zentrale Motivation darstellten, angebracht worden wären, hätte man ein tatsächliches Bildungsangebot geschaffen, welches mit den Mythen um den „Turnvater“, der immer noch einfach als „liberal“ gilt, ein Stück weit aufräumen könnte.

Wir bedauern, dass die Bürgerstiftung diese Chance nicht ergriffen hat und kritisieren die Methode, die letztendlich dazu führt, dass nur altbekannte Etiketten an die Straßenschilder Halles angeheftet werden. Wir fordern neben der bereits erfolgten Distanzierung von der extremen Rechten ein Umdenken hin zu einem sinnvolleren Bildungsverständnis.

(1) „Bürgerstiftung bekennt sich zu Vielfalt und demokratischen Werten“ https://www.buergerstiftung-halle.de/ Gesichert: http://archive.is/nGEht

Protest gegen die von Sven Ebert organisierte Lesung mit Willy Wimmer im „DORMERO“

Am 23.03.2017 fand in Halle im „DORMERO Kongress- und Kulturzentrum“ eine von Sven Ebert organisierte Lesung mit dem in der extremen Rechten etablierten Propagandisten Willy Wimmer statt.
Gäste der Veranstaltung waren u.a. der rechte Querfrontler Sven Liebich und mehrere Mitglieder der identitären „Kontrakultur Halle“.
Wir dokumentieren im folgenden die durch den Gegenprotest verteilten Flyer:

Konsequent gegen „Neue Rechte“ – Rassismus ist nicht verhandelbar!

Demobericht “IfS dicht machen! – Neue Rechte alt aussehen lassen“, Schnellroda 17. Februar 2017

Am 17. Februar konnten wir in Schnellroda von 13 bis 18 Uhr erfolgreich verschiedene Protestaktionen durchführen. Darunter waren ab 13 Uhr drei Infopunkte an allen Aus- bzw. Einfahrtsstraßen des Dorfes. Die Punkte wurden von NoHalgida, der Linkspartei des Saaleskreises und dem Querfurter Bündnis für Weltoffenheit organisiert und verantwortet, womit auch die regionale Verbindung unseres Protestes im Saalekreis deutlich wird. Von dort aus beobachteten die gut 40 bereits anwesenden Antifaschist*innen die Szenerie, insbesondere den Einmarsch der zum „Institut für Staatspolitik“ (IfS) anreisenden Faschist*innen. Dabei wurde auch unser Unmut über die dort vertretene menschenfeindliche Propaganda und die Anwesenheit theoretischer und praktischer Gewalttäter*innen deutlich.

Die Tatsache, dass vor allem Menschen aus dem Umfeld der “Identitären Bewegung” am Nachmittag bereits ausschwärmten, um die Menschen an den einzelnen Infopunkten zu beleidigen, abzufotografieren und zu stören, hat unserem Protest letztendlich nicht geschadet, sondern war vielmehr ein Beleg für die Gefährlichkeit und ideologische Verrohung der IfS-Teilnehmer*innen. Dazu passt die bei der Beobachtung festgestellte Anwesenheit etlicher überregionaler und lokaler Nazi-Kader, die teilweise zur Akademie anreisten, teilweise aber auch dem Ruf Kubitscheks gefolgt waren, sich am Tagungsort mit Glühwein zu betrinken und die IfS-Tagung durch ihr militantes Auftreten zu unterstützen. Daran sieht man, dass das IfS zum einen von der lokalen Neo-Nazi-Szene geschätzt wird und zum anderen, dass Kubitschek sich auf die Nazi-Schläger*innen Sachsen-Anhalts verlassen kann.

Trotzdem konnte von 13 bis 16 Uhr mit angereisten und einheimischen Menschen auf antifaschistischer Basis diskutiert und die Dominanz der Faschist*innen im Dorf gebrochen werden. Ihnen gelang es weder unsere Info-Arbeit zu stören, noch hatten sie das Gefühl offen und ohne Probleme selbst anreisen zu können, denn wir konnten kaum Verkehr in Schnellroda feststellen. Offensichtlich haben sich IfS’ler*innen also ins Dorf schleichen oder deutlich früher als geplant abreisen müssen, um unserer Kritik und unserem Protest entgehen zu können.

Der zweite Teil des Protestes war unsere Demonstration durch das Dorf ab 16 Uhr. Hier fanden sich (je nach Schätzung) zwischen 110 (Polizei) und 150 (MDR) Menschen ein und zeigten, dass sie für eine freie und solidarische Gesellschaft eintreten und sich dafür einsetzen wollen, dass die Rechten auch in kleinen Dörfern kein ruhiges Hinterland haben! Untermauert wurde diese Vorhaben durch viele inhaltlich wertvolle Redebeiträge, zum Beispiel von Kaltland-Reisen aus Sachsen [1], einem Beitrag der Gruppe “vonnichtsgewusst” aus Österreich oder vom Bündnis Querfurt für Weltoffenheit.

Auch wenn wir natürlich nicht zufrieden sind, solange die Menschenfeind*innen vom Institut für Staatspolitik in Schnellroda noch ihre Basis haben und eine gewisse gesellschaftliche Wirkmächtigkeit entfalten können, werten wir den gestrigen Tag als Erfolg für unseren antifaschistischen Protest und danken allen Helfer*innen, Teilnehmer*innen und interessierten Anwohner*innen für ihre Zeit und ihr Engagement. Eine traurige Bestätigung für unsere Arbeit lieferte leider noch der Verlauf des Abends, denn einem Querfurter Aktivisten wurden von mutmaßlich rechter Seite für seine antifaschistische Arbeit die Reifen seines Autos zerstört. Wir nehmen auch diesen Vorfall als Anlass gegen den Ort vorzugehen, an dem diese Gewalt vorgedacht wird: das IfS!

[1] Redebeiträge (Auswahl):
Kaltland Reisen: Jack und die starken Männer – Ein Maskulinist in Schnellroda
http://kaltland.blogsport.eu/redebeitraege/jack-und-die-starken-maenner-ein-maskulinist-in-schnellroda/

Jule Nagel: IfS dicht machen – Diskursverschiebung nach rechts unterbrechen! http://jule.linxxnet.de/index.php/2017/02/18414/

No Halgida https://nohalgida.wordpress.com/2017/02/18/redebeitrag-zur-demo-ifs-dicht-machen-neue-rechte-alt-aussehen-lassen-schnellroda-17-februar-2017/

SDS.Die Linke MLU: Die falsche Kritik am Falschen – Kubitscheks Meinung über das Holocaustgedenken https://www.facebook.com/notes/sdsdie-linke-mlu/die-falsche-kritik-am-falschen-kubitscheks-meinung-%C3%BCber-das-holocaustgedenken/1256055537776602

Kollektiv „vonnichtsgewusst“: Warum Gewalt Kern der „Neuen“ und „Alten“ Rechten ist http://vonnichtsgewusst.blogsport.eu/2017/02/26/warum-gewalt-kern-der-neuen-und-alten-rechten-ist-redebeitrag-schnellroda-17-02-2017/

Demoberichte:
Bündnis Querfurt für Weltoffenheit https://querfurt-fuer-weltoffenheit.blogspot.de/2017/02/ifs-dicht-machen-demobericht.html

Kaltland Reisen http://kaltland.blogsport.eu/reiseberichte/eine-landpartie-oder-warum-schnellroda-nicht-auf-ziegen-reduziert-werden-sollte/

Kollektiv „vonnichtsgewusst“ http://vonnichtsgewusst.blogsport.eu/2017/02/26/fest-der-voelkischen-demobericht-schnellroda-17-02-2017/

Bilder der Demo:
https://www.flickr.com/photos/simontelemann/sets/72157680453911545

https://www.flickr.com/photos/lukasbeyer/sets/72157678859844770/with/32141319843/

https://www.flickr.com/photos/150524166@N05/sets/72157676955139033

Oury Jalloh GeDenken 12. Todestag – Das war Mord!

Am Sonnabend, den 7.1.2017 jährt sich zum 12. mal der Todestag von Oury Jalloh.

Am frühen Morgen des 7. Januars 2005 wird der aus Sierra Leone Geflüchtete von zwei Dessauer Polizeibeamten rechtswidrig in Gewahrsam genommen. Die Polizisten fixieren ihn an Händen und Füßen auf einer schwer entflammbaren Matratze in der Zelle 5 des Dessauer Polizeireviers. Wenige Stunden später ist Oury Jalloh bis zur Unkenntlichkeit verbrannt…

AktivistInnen der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.“ gaben im November 2016 in Halle bei der Veranstaltung „Oury Jalloh – Von Polizisten ermordet – vom Staat vertuscht!“ einen Überblick über die erschreckenden Geschehnisse sowie die aktuellen, skandalösen Entwicklungen.

Das Fazit der Initiative: „Wir haben verstanden, dass wir nicht nur die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh selbst in die Hand nehmen müssen – weil dies kein Staatsanwalt oder Richter tun wird. Wir haben gezeigt, dass ein langer Atem und eine breite Solidarität so viel Druck erzeugen, dass Oury Jalloh und die vielen anderen Opfer nicht vergessen werden.“

Wir rufen euch deshalb auf, am Sonnabend mit uns nach Dessau zu fahren und deutlich zu machen, das hier Aufklärung weiterhin notwendig ist und zeigt euch solidarisch mit allen Betroffenen rassistischer Gewalt!

Die Linksjugend solid Halle hat eine Busanreise organisiert (Danke!). Infos und freie Plätze gibt es hier: https://www.facebook.com/events/546263132211044/

Demo: 7. JANUAR 2017 IN DESSAU ab 14 Uhr am Hauptbahnhof

Aufruf: http://keineinzelfall.net/aufruf/
Anreise: http://keineinzelfall.net/anreise/

 

Vortrag: Oury Jalloh – von Polizisten ermordet, vom Staat vertuscht

Vortrag am Donnerstag, 10.11.2016 um 18 Uhr
Ort: Studentischer Aufenthaltsraum/Steintor-Campus, Adam-Kuckhoff-Straße 34 a

Am frühen Morgen des 7. Januars 2005 wird der aus Sierra Leone geflüchtete Oury Jalloh von zwei Dessauer Polizeibeamten rechtswidrig in Gewahrsam genommen. Die Polizisten fixieren ihn an Händen und Füßen auf einer schwer entflammbaren Matratze in der Zelle 5 des Dessauer Polizeireviers. Wenige Stunden später ist Oury Jalloh bis zur Unkenntlichkeit verbrannt…

Noch bevor der Tatort „kriminaltechnisch“ untersucht wird, behauptet ein Mitarbeiter des LKA Sachsen – Anhalt in einem Video, dass „der schwarzafrikanische Mitbürger sich selbst angezündet hat.“ Es wird kein Brandsachverständiger an den Tatort gerufen. Erst drei Tage später gibt die vom Innenministerium beauftragte Tatortgruppe einen Teil des Brandschuttes ins Labor. Dort taucht plötzlich ein Feuerzeugrest auf, von welchem die Ermittler fortan behaupteten, dass Oury Jalloh mit diesem Feuerzeug die Matratze und sich selbst in Brand gesetzt habe. Das Feuerzeug wurde 2012 erstmals untersucht: es gibt keine Spuren von Oury Jallohs Kleidung oder der Matratze. Staat dessen sind unzählige Fasern mit dem Feuerzeugrest verschmolzen, deren Herkunft bislang nicht geklärt wurde. Der nachträglich präsentierte Feuerzeugrest kann also gar nicht im Brandschutt der Zelle 5 gelegen haben! Trotzdem vertritt die Dessauer Staatsanwaltschaft weiter die Hypothese der „Selbstentzündung“. Sie ignoriert auch alle anderen Beweise und Sachverständigenmeinungen, die eindeutig dafür sprechen, dass Oury Jalloh nur durch Dritte und mit Hilfe von Brandbeschleunigern angezündet worden sein kann!

Aktivist*innen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh berichten darüber, wie der Mord an Oury Jalloh in Polizeigewahrsam seit elf Jahren durch Polizei und Justiz kollektiv vertuscht wird sowie über den aktuellen Stand der Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh.
Oury Jalloh ist kein Einzelfall. Lügen, Vertuschung und Repression ist die Antwort staatlicher Organe, wenn es um die Aufklärung rassistischer Verbrechen geht, insbesondere dann, wenn die Täter in einer Polizeiuniform stecken.

Außerdem: Aktuelles zu der Kampagne „Gegen das #Verbrennen, #Vertuschen, #Verschweigen, #Verfolgen“ zum 12. Todestag von Oury Jalloh am 7.1.2017 in Dessau!

Organisiert von NO Halgida, gefördert vom Bündnis Halle gegen Rechts.


Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Demobericht, Schnellroda, 5.11.2016: Rechte Hetze in die Tonne!

Gestern wurde zum zweiten Mal nach viel zu vielen Jahren gegen das neu-rechte „Institut für Staatspolitik“ und die hauseigene Zeitschrift „Sezession“ demonstriert. Erneut konnten die Rassist*innen beim Feiern ihrer eigenen Menschenfeindlichkeit gestört und den Anwohner*innen sowie der interessierten Öffentlichkeit eine antifaschistische Gegenperspektive angeboten werden.
Mit 70 Personen, die teilweise aus Halle und Leipzig angereist waren, aber auch zahlreich aus der Region selbst kamen, war die Demonstration zwar relativ klein, aber trotzdem laut und entschlossen. Erstmalig konnten zwei Zwischenkundgebung in dem Ortskern selbst durchgeführt und den Hetzer*innen der rechten Medienwelt damit unsere Kritik direkt zum Ort ihrer Tagung geliefert werden. Wir machten klar, dass ihre menschenfeindliche Hetze in die Tonne gehört und verlasen Redebeiträge aus Sachsen und aus Österreich, wo die Faschist*innen der „Identitären Bewegung“ ebenfalls ihr Unwesen treiben. Außerdem machten wir klar, dass unsere Demonstration nicht in Konkurrenz zu den anderen wichtigen antifaschistischen Aktionen stand, die in Berlin, Zwickau oder Magdeburg am Samstag stattfanden.
Die anwesenden Zaungäste der rechten Szene reagierten darauf wie gewohnt mit Hass und Pöbeleien. Gerade als auf die Absurdität und die Dummheit der von Schnellroda ausgehenden Propaganda hingewiesen wurden, bewiesen sich Kubitschkes Jünger*innen als besonders schlecht im Zuhören. Trotzdem konnten wir unsere Demonstration ungehindert fortzusetzen und erfolgreich zum Abschluss bringen.
Der gestrige Tag hat gezeigt, dass noch viel zu tun ist: Mehr Menschen müssen auf die Hetze hingewiesen werden und die Ausgrenzung menschenfeindlichen Gedankengutes in Form rechter Medien muss konsequenter werden. Denn die Verfolgung von Menschen beginnt mit den Worten, die zu einem nicht unwesentlichen Teil in Schnellroda verfasst werden.

Redebeiträge (Auswahl)
Einzelperson: Zum Verhältnis des Ethnopluralismus und der Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalosozialismus
https://domokunweb.wordpress.com/2016/11/06/zum-verhaltnis-des-ethnopluralismus-und-der-blut-und-boden-ideologie-des-ns/

Aufstehen gegen Rassismus: Rechte Hetze in die Tonne!

Demo am 5.11.2016 um 17 Uhr in Schnellroda: https://www.facebook.com/events/223591608059948/
Anreise aus Leipzig von Kaltland-Reisenhttps://www.facebook.com/events/658614577627842/

Vor Ort wird ein Busshuttle zwischen Karsdorf (Bahnhof) und Schnellroda eingerichtet. Ab 16 Uhr holen wir euch vom Bahnhof ab und bringen euch nach der Demo auch wieder zum Bahnhof zurück!

Aufstehen gegen Rassismus: Rechte Hetze in die Tonne!

Am Samstag, den 5. November, startet im Dorf Schnellroda der November-Kongress des „Instituts für Staatspolitik“. Im Mittelpunkt des Programmes steht, neben den üblichen Referenten aus der rechten Szene, die 75. Ausgabe der „Sezession“, dem Hausblatt des IfS. Dieses steht exemplarisch für die Menge rechter Medien, die sich zum einen um Kubitschek gruppiert hat und zum anderen in Folge des gesellschaftlichen Rechtsruckes auch unabhängig davon auf den Markt strömt.

So bietet die „Sezession“ Martin Sellner, dem Führer der faschistischen „Identitären Bewegung“, genauso eine publizistische Heimat wie ganz rechten Burschenschaftlern oder selbsternannten Libertären. Über die Autor*innen wird auch die Verbindung zu anderen rechten Medien deutlich, so schreiben diese auch für die identitäre Schülerzeitschrift „Blaue Narzisse“, für das rechts-libertäre Magazin „eigentümlich frei“, für die „Burschenschaftlichen Blätter“, für das neo-nazistische Blatt „Neue Ordnung“ und auch für die sich ansonsten bemüht bürgerlich-konservativ gebende „Junge Freiheit“.

Den genannten Medien ist gemein, dass sie völkisch, nationalistisch, rassistisch und sexistisch sind. In ihnen geht es stets um die Bewahrung des „deutschen Volkes“ vor Gefahren von Außen und Innen. Als Gefahren von Außen gelten den Rechten diejenigen, die momentan Schutz vor Verfolgung und Not in Deutschland suchen oder angeblich feindselige Staaten, von deren Einfluss sich das Land endlich befreien sollte. Wer als äußere Bedrohung wahrgenommen wird, ist dabei relativ willkürlich, denn nach Kubitschek und seinem Gefolge funktioniert die Zugehörigkeit zum „Eigenen“ nicht über bereits problematische Kriterien wie die Staatsbürgerschaft, sondern – deutlich menschenverachtender – nach ethnischen. Im Inneren fürchten die Burschenschaflter, Identitären, Rechts-Konservativen und Neo-Nazis alles was ihnen als fortschrittlich erscheint. Nicht mehr ganz so feste Geschlechterrollen sind ihnen genauso eine Schande, wie eine „schwache“ Jugend, die wenig Lust hat sich für Deutschland nationalistisch verheizen zu lassen. Darüber hinaus pflegen Kubitschek und die Sezessions-Autor*innen gute Kontakte zu Elsässers antisemitischem und verschwörungstheoretischem „Compact-Magazin“, welches der Marktführer extrem rechter Publikationen ist.

Auch wenn die Medien zumindest alle immer das Gleiche zur Angst vor dem Fremden, zum Untergang des Eigenen und der großen Apokalypse aufgrund der bösen Moderne schreiben, bedienen sie doch ein unterschiedliches Publikum. Während man sich von der Jungen Freiheit interviewen lassen kann und weiß, dass man auch von einem Bürgertum gelesen wird, welches nach rechts rückt, aber es nicht offen zugeben möchte, findet man bei anderen Zeitungen aus dem Umfeld offene Nazis oder eher wirre Verschwörungstheoretiker*innen als Fans. Jede Kritik an der Jungen Freiheit wird diese natürlich von sich weisen und auf der theoretischen Eigenständigkeit beharren. So tauschen sich die verschiedenen Autor*innen zwar eifrig aus, machen Werbung füreinander und betreiben ihre Hetze mal mit rechtsstaatlich-bürgerlichem Anspruch und mal ohne und widersprechen mit jeder Zeile der Gleichberechtigung aller Menschen.

Deshalb sagen wir: Rechte Hetze gehört in die Tonne, an den menschenfeindlichen Parolen, die mal „theoretischer“ und mal platter formuliert sind, ist nichts, was wir akzeptieren können. Außerdem tragen wir unseren Protest in eines der Zentren dieser Hetze und demonstrieren am Samstag in Schnellroda. Wie auf der letzten Demonstration gegen die „Sommerakademie“ des IfS werden wir das Bild von der harmonischen Dorfgemeinschaft stören, uns mit den Aktivist*innen vor Ort solidarisieren und die rechten Strukturen gemeinsam angreifen. Das mittelalterliche, widerspruchslose Dörfchen mit „Rittergut“, existiert nur in den Träumen der Neuen Rechten – es gibt kein ruhiges Hinterland für Hetzer*innen, auch nicht in Schnellroda!